Rezension: Die Wahrheit über Alice

Kein Feind kann dir so wehtun
wie deine beste Freundin.

Eckdaten:
Autor: Rebecca James
Originaltitel: Beautiful Malice
Verlag: rororo (2012)
Teil einer Reihe? Nein
Preis: 8.99 €
Taschenbuch, 316 Seiten

Kurzeinblick

An ihrer Schule ist Katherine die Außenseiterin. Unauffällig, immer allein, mit niemandem befreundet. Der Grund: Keiner darf ihr Geheimnis erfahren. Erfahren, was mit ihrer Schwester Rachel geschah. Doch dann lädt Alice Katherine zu ihrer Party ein. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule. Es tut gut, eine Freundin zu haben. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Und Katherine muss erkennen, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt…

Inhalt:

Erster Satz:
Ich war nicht auf Alice‘ Beerdigung.

In „Die Wahrheit über Alice“ begegnen wir der Protagonistin Katherine und ihrem dunklen Geheimnis, welches sich im Laufe des Buches lichtet.
Katherine ist ein junges Mädchen, dass in der Abschlussklasse einer Sydney’er Highschool ist. Sie lebt bei ihrer Tante Vivien und verbringt ihre Zeit alleine, ohne Freunde. Sie lebt zurückgezogen und einsam – Bis Alice, der typische Highschool-Liebling, in ihr Leben tritt. Zunächst völlig verwirrt was Alice von ihr möchte lässt Katherine sich jedoch auf sie ein und die beiden werden beste Freundinnen. Neben Alice tritt dann auch Robbie in ihr Leben – Er ist in Alice verliebt, ist daher immer zur Stelle wenn sie ruft – Katherine und er verstehen sich sehr gut, können stundenlang reden und verbringen viel Zeit miteinander.
Als Katherine Alice mit nach Hause zu ihren Eltern bringt erzählt sie ihr von ihrer toten Schwester Rachel – Zum ersten Mal in ihrem Leben erzählt sie diese Geschichte jemand Außenstehenden und ist von Alice Reaktion positiv überrascht. Alice schafft es sogar ihrer Mutter zu helfen mit ihrer Trauer und Wut umzugehen – Etwas was sie selbst nie geschafft hat. Katherine ist sich sicher das Alice und sie so etwas wie Seelenverwandte sind und ist froh, dass sie in ihr Leben getreten ist.
Als Robbie, Alice und sie eines Abends ausgehen und auf einen von Alice Ex-Freunden und seine Begleitung Philippa treffen, tritt jedoch eine völlig veränderte Alice drauf. Eine, die Katherine niemals als ihre Freundin bezeichnen würde. Der Abend endet mit vielen Tränen und Katherine fühlt sich von Alice gedemütigt und verraten. Trotz dessen, dass sie Alice Entschuldigung annimmt, verbringt Katherine zukünftig immer weniger Zeit mit ihr und sucht mehr die Nähe von Philippa auf. Durch sie lernt sie dann auch ihre große Liebe Mick kennen. Beide erleben ein paar schöne Monate und Alice spielt immer weniger eine Rolle in Katherines Leben. Auch ihre Trauer um ihre Schwester und die Verarbeitung des Todes läuft immer besser. Doch eines Tages taucht Alice wieder auf und an diesem Abend verliert Katherine nicht nur ihre „beste“ Freundin für immer…

Letzter Satz:
Und ich weiß, ohne den Hauch eines Zweifels, dass ich das Richtige getan habe.

Rezension:

Ich habe mir von „Die Wahrheit über Alice“ mehr versprochen. Mehr Hinterhältigkeit, mehr Dreistigkeit, mehr Psychothriller! Katherines Geschichte ist traurig und berührend und ihre Schuldgefühle sind nachvollziehbar – Aber mit der Zeit wird es doch zu viel. Ab der Hälfte des Buches dachte ich mir während des Lesens jedes Mal „nicht schon wieder“… Ansonsten hat mir Katherine jedoch sehr gefallen – Ihre Veränderung nach dem einschlägigen Ereignis in ihrem Leben war zwar etwas sehr krass dargestellt, doch ich denke wenn jemand so etwas erlebt wie sie, wäre er auch nicht mehr wie vorher. Sie ist ein symphatischer Charakter, mit dem man mitfühlen kann – Besonders die kurzen Einschübe aus ihrem späterem Leben mit ihrer Tochter haben mir da gefallen.
Alice war für mich durch und durch durchgeknallt – Alles an ihr fand ich künstlich, gestellt und unwirklich. Ich frage mich wie Katherine auf sie reinfallen konnte. Auch wenn am Ende Alice Motiv ans Licht kommt – Gerade das Alice wegen diesem Grund solche Psychospiele spielt zeigt wie verrückt sie ist. Achtung Spoiler! Ja, es war ihr Bruder der im Gefängnis sitzt, aber das sie Katherine die Schuld gibt weil sie weggelaufen ist als sie gesehen hat das die Jungs ihre Schwester vergewaltigen ist absolut krank. Katherine die Schuld zu geben das ihr Bruder im Gefängnis sitzt ist einfach unglaublich – Er hat dabei zugesehen oder sogar gehholfen Rachel zu ermorden… Und das soll ungestraft bleiben?
Mit Alice Charakter konnte ich mich nicht anfreunden – Vielleicht auch weil ich so jemanden in meinem Leben nicht ertragen würde – Immer nur Spaß, Party und keine Hemmungen… Das entspricht wohl eher dem Gegenteil von mir, weshalb ich sie einfach nicht leiden konnte.
Die Nebencharaktere fand ich alle passend und nicht zu viel oder zu wenig. Besonders Robbie und Philippa mochte ich sehr, vielleicht weil sie einfach so normal waren.
Insgesamt war ich allerdings zufrieden mit dem Buch. Es hätte besser sein können, aber weiß Gott auch viel, viel schlimmer. Die Geschichte wirkt durchdacht und ist alles in allem eine runde Sache. Es wird ein Thema behandelt, mit dem sich zum Glück nur wenige Menschen beschäftigen müssen – Jedoch regt gerade das einem auch zum Nachdenken an, wenn man nicht betroffen ist. Der Tod oder gar eine Ermordung eines Familienmitglied kann jedem passieren und niemand ist davor geschützt. So macht dieses Buch auch einem noch einmal bewusst wie wichtig es ist aufeinander zu achten – Aufeinander aufzupassen und sich nicht immer von allem mitreißen zu lassen und nicht über die Konsequenzen nachzudenken.

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Ein Kommentar zu „Rezension: Die Wahrheit über Alice

  1. Ich habe das Buch auch vor längerer Zeit mal gelesen und mir ging es ähnlich wie dir…Alice ist einfach ein fieser Charakter, aber das soll sie ja schließlich auch sein.
    Dennoch finde ich, wie du, dass die Geschichte rund ist und sich einfach gut lesen lässt. 🙂
    Grüße, Hannah

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