Film/Buch-Vergleich

Jesus liebt mich

905-jesus-liebt-mich Kurz vor Weihnachten war es endlich so weit: Safier’s „Jesus liebt mich“ kam in die Kinos.

Florian David Fitz, Regisseur und Drehbuchautor schlüpft außerdem in die Hauptrolle des Jesu‘ und lenkt zusammen mit Jessica Schwarz als Hauptdarstellerin Marie jeden Kinobesucher für 1,5h vom Alltagsleben ab.

Als bekennender Fitz-Fan (DR. MEYER!!!) wollte ich diesen Film, nach dem ich „Die Vermessung der Welt“ verpasst hatte, unbedingt sehen. Kurz zuvor habe ich noch einmal das Buch gelesen – Unnötigerweise.

Während des Films fielen mir viele Dinge auf die so GANZ anders waren, als im Buch – Das Maries Schwester Katta nicht existiert war wohl eine der größten Abänderungen Fitz‘ in dem Film. Am Ende des Film wurde jedoch darauf hingewiesen, dass der Film lediglich auf Motiven des Buches beruht, so dass ich nun nicht schreiben muss: Was für eine schlechte Buchverfilmung.

Ein weiterer, recht lustiger Unterschied zum Buch: Swetlana hat keine Tochter sondern einen Sohn. Da hab ich mich wirklich gefragt, warum man das nicht aus dem Buch übernommen hat, schließlich war es völlig irrelevant für den weiteren Verlauf.

Zwei lustige Darstellungen der Charaktere ist Fitz mit dem Engel Gabriel und Maries Mutter gelungen: Gabriel hat man sich dem Buch nach sicher nicht als Alkoholiker vorgestellt, ebenso wenig Maries Mutter als Hippie-Tante. Einen Zustand an den ich mich erst gewöhnen musste.

Schön gelöst wurde die Szene in der Marie Gott begegnet – Natürlich völlig anders als im Buch (Er ist NICHT Emma Thompson!), trotzdem ein lustiger, toller Einfall, Gott als Marionettenspieler vieler Welten darzustellen, der sich nicht um jedes Problem überall kümmern kann. Auch die Darstellung des Teufels war einfach großartig: Kein eleganter George Clooney, sondern ein stinkender Nicholas Ofczarek.

Es gibt jedoch auch Dinge die mir nicht gut gefallen haben. Zum einen weiß und akzeptiert Marie viel zu früh, dass Joshua Jesus ist. Im Buch ist dies ein langer Prozess, mit ständiger Verdrängung und nicht Wahrhaben wollen. Ich finde dieses innere Zwiegespräch hätte man besser und schöner darstellen können. Desweiteren ist es im Buch ein ganz großes Thema, dass Jesus KEINEN Sex mit Marie hat und haben wird – Im Film sieht das jedoch ganz anders aus. Mich hätte es nach dieser Szene nicht gewundert wenn es am Ende ein Happy End zwischen Jesus und Marie gegeben hätte. Doch das Ende war wieder mit dem Buch identisch und wirklich eine schöne Szene.

217_Keyart_Jese_Final.indd

Insgesamt finde ich beide unabhängig von einander betrachtet gelungen und lustig. Wenn man den Jesus liebt mich-Film wirklich nicht als Verfilmung betrachtet, sondern als einen eigenständigen Film, ist er eine Komödie die man sich immer wieder ansehen kann, ebenso wie das Buch ein Buch ist welches man immer wieder lesen kann. Ich kann hier nicht urteilen, welches besser war oder mir besser gefallen hat. Ich fand beides gut und lesens- bzw. sehenswert. 🙂

Über die Hauptdarsteller:

Florian David Fitz:

foto13Geboren am 20. November 1974 in München – Schauspieler – Drehbuchautor – Regisseur – Sänger – Rising Movie Talents Award – Adolf-Grimme-Preis (stellvertrend für „Meine verrückte türkische Hochzeit“) – Bambi (Vincent will Meer, Kat. Schauspieler national) – Bayerischer Filmpreis (Vincent will Meer, Kat. Drehbuch & Publikumspreis) – Deutscher Filmpreis (Vincent will Meer, Kat. Bester Film & Bester Hauptdarsteller)

Bekannt aus:

  • Die Vermessung der Welt (Carl Friedrich Gauß)
  • Männerherzen (Niklas)
  • Vincent will Meer (Vincent Gellner)
  • Doctor’s Diary (Dr. Marc Meier)
  • Meine verrückte türkische Hochzeit

Jessica Schwarz:

jessica-schwarz

Geboren am 05. Mai 1977 in Odenwald – Schauspielerin – Moderatorin  – Jupiter (beste Nachwuchsschauspielerin) –  Maxim (Woman  Of The Year 2003) – Adolf-Grimme-Preis (Die Freunde der Freunde) – Bayerischer Filmpreis (Kammerflimmern) – Bambi (Romy, Kat. Beste Schauspielerin national) – Hessischer Filmpreis (Romy)

Bekannt aus:

  • Kammerflimmern
  • Die wilden Hühner
  • Das Parfum
  • Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparekn
  • Buddenbrooks
  • Romy
  • Heiter bis wolkig
Advertisements

4 Kommentare zu „Film/Buch-Vergleich

  1. Gut zu wissen, dass der Film nur auf Motiven des Buchs beruht. Andererseits kann man sich mit sowas natürlich super rausreden, wenn jemand Kritik äußert XD
    Ich kann mich an das Buch kaum noch erinnern, will es aber auch nicht nochmal lesen. Irgendwie ist bei mir die Luft raus, was David Safier angeht 😦 Vielleicht werde ich mir den Film irgendwann mal ansehen, früher oder später läuft er ja sicherlich im Fernsehen ^^

    1. XD Ja in 2 Jahren läuft er spätestens im Fernsehen 😉 Aber es ist jetzt auch nicht unbedingt ein Film den man im Kino sehen muss (obwohl Fitz halbnackt auf dem Dach schon *rawr* ;D)… Was hast du denn noch von ihm gelesen?

      1. Ich kenne von ihm Mieses Karma, Jesus liebt mich und Plötzlich Shakespeare, wobei mir ersteres am besten gefallen hat. Plötzlich Shakespeare ging mir schon auf die Nerven und nach David Safiers Lovelybooks Lesung von Happy Family ist mir dann auch jegliche Lust vergangen, das Buch zu lesen. Und Muh! interessiert mich noch nicht mal mehr vom Klappentext her. Tiefer gehts kaum mehr XD

      2. Entmutige mich doch nicht so… Ich hab bisher nur Mieses Karma gelesen, fand Jesus liebt mich aber besser. Shakespeare und Family hab ich noch hier stehen, obwohl ich von Family bisher wenig Gutes gehört hab… Bin mal gespannt.
        Aber bei Muh! ist das Cover doch so niedlich 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s