[Buchgeflüster] Der Nachtwandler

978-3-426-50374-4_DruckInfos:

4herze

Inhalt:

Wer bist du, wenn du schläfst?
Wegen massiver Schlafstörungen wurde Leon in seiner Jugend psychiatrisch behandelt. Seit langem glaubt er sich geheilt – doch als eines Nachts seine Frau unter mysteriösen Umständen verschwindet, keimt ein schrecklicher Verdacht in ihm: Ist er, wie damals, im Schlaf gewalttätig geworden?
Um seinem nächtlichen Treiben auf die Spur zu kommen, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und entdeckt beim Betrachten des Videos Unfassbares: Sein schlafwandelndes Ich steigt durch eine ihm unbekannte Tür seines Zimmers hinab in die Dunkelheit… (Quelle: Klappentext)

http://www.youtube.com/watch?v=dkEBktA1DME

Meine Meinung

Eine Fitzek-Rezension ist immer schön zu schreiben: Es gibt so wenig negatives zu berichten. Auch Fitzeks mittlerweile 8. Werk (ohne die Kooperation mit Tsokos) ist ein Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Fitzek schafft es immer wieder aufs Neue bereits bestehende Tatsachen mit Szenarien zu verknüpfen, welche einen nicht mehr aus dem Kopf gehen – Bis sich endlich alles aufgeklärt hat!

Doch auch wenn die Grundidee im Nachtwandler seinen Vorgängern nachempfunden ist, gibt es dieses Mal kleine, dezente Unterschiede.
Zunächst ist dieser Band um einiges blutiger und ekliger als alles andere was ich bislang von Fitzek gelesen habe. Manchmal war es mir hier sogar schon etwas zu übertrieben. Auch das Thema der „sexuellen Vorlieben“ von Leons Frau wird von Fitzek aufgegriffen  – Aber wozu?! Am Ende des Buches wird lediglich erwähnt, dass Leons Frau labil sein musste, damit dieser „geeignet“ ist – Aber alles in Allem hat die Tatsache der psychischen Erkrankung seiner Frau wenig mit dem Gesamtbild zutun und ich verstehe hier diesen Außreiser in die Untiefen der sexuellen Befriedigung nicht ganz. Ich finde hier hätte es durchaus bessere und sinnigere Alternativen gegeben – Dieses Geschichts-Element konnte mich leider nicht überzeugen.
Ein weiterer Unterschied, der mir direkt aufgefallen ist, und von dem ich noch nicht weiß ob ich ihn gut oder schlecht finden soll: Das Buch hat ein offenes Ende. Zumindest kommt es mir so vor, vielleicht interpretiere ich es auch falsch. Insgesamt war ich öfter sehr verwirrt, was nun Wach- und Schlafphase von Leon ist – Und das macht das Ende nicht einfacher. Beides erscheint realistisch – Aber was ist nun Realität und was Traum? Oder wollte Fitzek uns genau das selbst entscheiden lassen? Dürfen wir uns nun aussuchen, was uns lieber ist?

Insgesamt besticht der Nachtwandler aber wieder einmal durch seine gute Story, die ihre Spannung in keinem Moment auf den 300 Seiten verliert. Bis zum Ende fiebert man mit Leon mit, möchte wissen was mit ihm los ist, woher seine Vergesslichkeit kommt – Was mit seiner Frau geschehen ist und was hat es mit dem mysteriösen Haus auf sich, welches bereits beim Aufschlagen des Buches seine ganz eigene Rolle zugespielt bekommt?

„Es hat Augen wissen Sie? Das Haus, meine ich. Haben Sie nicht auch oft das Gefühl, beobachtet zu werden?“

Aus dem Buch

„Seine Mutter wusste natürlich, dass die Marke Carrera hieß, und sagte es mit Absicht falsch, um Klaus zu ärgern. Die Rennstrecke auf dem Dachboden war sein ganzer Stolz. Früher hatte Klaus Nader immer zu Weihnachten mit ihr gespielt, wobei Leon nur zusehen und allerhöchstens mal einen aus der Spur geflogenen Rennwagen wieder auf die Bahn setzen durfte, während sein alter Herr mit glänzenden Augen den Geschwindigkeitsregler bediente. Der Vater-Sohn-Klassiker.“ (S.27)

„Was die unterschiedlichen Frauen einte, waren also weder ihre Vergangenheit noch ihre Zukunftspläne, sondern der Umstand, dass beide von ihrer Umwelt falsch eingeschätzt wurden. Weder war Natalie eine oberflächliche Tussi, noch war Maria ein einfältiges Heimchen. Sie waren einfach zwei Menschen, die auf einer Wellenlänge lagen; sollte doch die anderen ihre kostabare Lebenszeit damit verschwenden, sich zu fragen, wie das möglich war.“ (S.29)

Weitere Werke
Quelle: Droemer-Knaur-Verlag
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2 Kommentare zu „[Buchgeflüster] Der Nachtwandler

  1. Mit dem Buch hatte ich echt so meine Probleme. Am Anfang war ich sehr glücklich damit, v.A. wegen der ständigen kleinen Schocks am Ende der kurzen Kapitel. Aber insbesondere die 2, 3 Twists am Ende des Buch haben auf mich zu gewollt innovativ gewirkt und war mir etwas too much. Dass mit den sexuellen Abgründen die sich da auf tun wirkt ebenfalls zu gestelzt auf mich – schwierige Kiste.

    1. Ja, ich sehe das ähnlich. Auch wenn es mich trotzdem mitgerissen hat, war ich am Ende eher enttäuscht und das ist mir bisher bei keinem Fitzek passiert. Bin jetzt auch sehr auf Noah gespannt…

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