Schnupper-Sonntag #3

 Leigh Bardugo – Grischa: Goldene Flammen

abc
Quelle: Carlsen-Verlag

Die Originalausgabe wurde 2012 unter dem Titel The Gathering Dark: The Grisha 1 veröffentlicht. Im Frühjahr 2013 wurde der Titel in Shadow and Bone geändert. Die deutsche Ausgabe erschien im Herbst 2012 im Carlsen Verlag. Leigh Bardugo wurde in Jerusalem geboren und ist in Los Angeles aufgewachsen. Sie hat ihren Abschluss an der Yale-Universität gemacht. Auf ihrer offizielen Homepage gibt es noch das ein oder andere „Goodie“ zur Grischa-Saga zu entdecken! 🙂

Darum geht es:
Alina ist einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Dass sie heimlich in Maljen verliebt ist, ihren besten Freund seit Kindertagen, darf niemand wissen. Schon gar nicht Maljen selbst, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Bei einem Überfall rettet Alina Maljen auf unbegreifliche Weise das Leben. Doch was sie da genau getan hat, kann sie selbst nicht sagen. Plötzlich steht sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und wird zum mächtigsten Grischa in die Lehre geschickt. Geheimnisvoll und undurchschaubar, wird er von allen der Dunkle genannt. Aber wieso fühlt sie sich von ihm so unwiderstehlich angezogen? Und warum warnt Maljen sie so nachdrücklich vor dem Einfluss des Dunklen? (Quelle: goodreads)

Darum solltest du es lesen:
Grischa gehört für mich zu den Büchern, die mich am meisten überrascht haben. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte erschien es mir zuerst so, als sei es gar nichts für mich und lange Zeit war es auch aus meinem Gedanken verschwunden. Als ich dann jedoch im Urlaub war und mein Buch bereits beendet hatte und nichts dabei hatte, ergab es sich, dass ich irgendwie an die Leseprobe gelangt bin. Und was soll ich sagen: Bereits nach den ersten 20 Seiten war ich begeistert!

„Ich erhob keine Einwände. Es war nicht meine Aufgabe, bei Keith den Babysitter zu spielen. Und die Alchemisten hatten keine Regeln gegen das Trinken als solches. Wir hatten bloß strenge religiöse Glaubensvorstellungen hinsichtlich der Frage, was es bedeutete, ein gutes und reines Leben zu führen, und Trinken wurde im Allgemeinen gering geachtet.“
„Ich rieb meinen Arm an der Stelle, wo Michail mich geknufft hatte. Besenstiel. Ich hatte diesen Namen.“
„Ich packte den gebrochenen Flügel des Volkra und stieß ihm das Messer tief zwischen die Schultern. Sein muskolöses Fleisch fühlte sich schleimig an. Er entwand sich ruckartig und mit einem Kreischen und ich stürzte rückwärts auf das Deck. Dann sprang er mich an, irrsinnig vor Wut und mit schnappenden Kiefern.“
„Ich wurde knallrot und fasste nach der Schramme auf meiner Wange. Wir hatten das Lager vor gut einer Woche verlassen und seitdem hatte ich mich weder gewaschen noch mir die Haare gebürstet. Ich war verdreckt und blutbeschmiert und roch nach Pferd.“

Die Welt in die Bardugo uns entführt ist neu, aber nicht zu neu, sie beherbergt auch Dinge die man irgendwo schon einmal gesehen, gehört oder gelesen hat; sie ist magisch, aber nicht zu magisch, es wird viel Wert darauf gelegt das nicht alles zu „abgehoben“ wirkt; sie ist detailreich beschrieben, aber nicht zu sehr, dass es einen beginnt zu langweilen. Dazu kommen noch die wundervoll beschriebenen Charaktere, eine Story, die einen zu begeistern weiß und ein Schreibstil, der sowohl einfach zu verstehen ist, aber dennoch weiß, wie er seinen Leser beanspruchen kann. Wenn Bardugo ihrem Stil treu bleibt wird mich sicher auch Band 2 „Eisige Wellen“ ebenso begeistern können. Ich habe noch keine Rezension dazu gelesen, aber ich hoffe, dass sie ihren Schwerpunkt nicht zu sehr auf die Liebesgeschichte verlagern wird…

Zusammenhängede Passage:

„Baghra hatte Recht. Ich hatte geglaubt, mich nach Kräften zu bemühen, aber tief in meinem Inneren wollte etwas zurück zu Maljen. Irgendetwas in mir hoffte, dass dies ein Missverständnis war, dass der Dunkle seinen Irrtum einsehen und mich zu meinem Regiment zurückschicken, dass Maljen begreifen würde, wie sehr er mich vermisst hatte, dass wir auf unserer Wiese gemeinsam alt werden würden. Maljen hatte sich weiterentwickelt, aber ich stand immer noch ängstlich vor den drei geheimnisvollen Gestalten und klammerte mich an seine Hand.
Ich musste sie loslassen. Maljen hatte auf der Schattenflur mien Leben gerettet und ich das seine, und vielleicht war das der Schlussstrich unter unserer gemeinsamen Zeit gewesen.
Dieser Gedanke erfüllte mich mit Trauer. Ich traurte um unsere gemeinsamen Träume, um die Liebe, die ich für ihn empfunden hatte, um das fröhliche Mädchen, das ich nun nie mehr wäre. Diese Trauer durchströmte mich und löste einen Knoten in mir, dessen Existenz mir nie bewusst gewesen war. Ich schloss die Augen, spürte, wie Tränen über meine Wangen strömten, und ich tastete nach dem Etwas, das ich so lange in mir versteckt hatte. Es tut mir leid, flüsterte ich.“ (S.181/182)

Weitere Erscheinungen:
Die Grischa-Trilogie:


Die Grischa-Kurzgeschichten: (Bisher nur als eBook erhältlich)

(Quelle: Carlsen-Verlag)

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