Schnupper-Sonntag #2

Sebastian Fitzek – Noah

Quelle: Bastei Lübbe Verlag
Quelle: Bastei Lübbe Verlag

Noah erschien 2013 erstmalig im Bastei Lübbe Verlag. Der Originaltitel lautet Projekt Noah.

Darum geht es:
Er weiß nicht, wie er heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt. Er kann sich nicht erinnern, wie er nach Berlin kam, und seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah, weil dieser Name tätowiert auf der Innenseite seiner Handfläche steht. Noahs Suche nach seiner Herkunft wird zu einer Tour de force. Für ihn und die gesamte Menschheit. Denn er ist das wesentliche Element in einer Verschwörung, die das Leben aller Menschen auf dem Planeten gefährdet und schon zehntausende Opfer gefunden hat. (Quelle: Klappentext)

Darum solltest du es lesen:
Es ist ein Fitzek. Auch wenn mir persönlich dieses Argument reichen würde, gibt es doch noch 1 oder 2 Punkte mehr, die für dieses Buch sprechen.
Erstmalig bewegt sich Fitzek von seiner Komfortzone, dem Psychothriller, weg und erkundet neue Wege im Literaturdasein. Was ist dieses Buch? Fitzek selbst nennt es einen „Unterhaltungsroman“, der Verlag selbst preist es als „Thriller“ an. Was erwarten den Leser also? Wer Noah liest wird auf eine spannende Reise quer durch die ganze Welt geschickt, denn Projekt Noah (so der Orginialtitel) betrifft nicht nur Deutschland oder Berlin, sonder alle, auf jeden Planente, in jeder Stadt. Fitzek widmet sich in seinem neusten Werk dem Problem der Überbevölkerung und der Ressourcenknappheit der Welt. Das ganze verbindet er mit einer spannenden Geschichte, die Verschwörung, Verrat und natürlich den typischen Fitzek’schen Thriller (wenn auch nur im Miniformat) miteinander verbindet.

„Alicia nickte. Sie hatte eine Unterhaltung am Brunnen aufgeschnappt. Wenn wir dieses Brackwasser hier trinken können, werden wir auch die Manila-Grippe überleben, hatte sie sich gedacht und den Gerüchten keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt. Drogen, Gewalt, Krankheiten, Hunger. Es gab Millionen Möglichkeiten, an denen man hier verrecken konnte, wieso sollte sie sich um eine weitere sorgen?“
„» Meine unverehrten Damen und Herren, überschätzte Gäste, ich begrüße Siezu diesem zwölften Wohltätigkeitsbrunch für notleidende Kinder in Afrika; ein Motto, das ebenso verlogen ist wie das Purblikum, zu dem ich heute sprechen muss.«“
„Adam sah auf die Armbanduhr, ein schlichtes Modell aus dem Duty-free irgendeines Flughafens. Fast zweiundzwanzig Stunden des Tages waren verstrichen, und nicht einer hatte ihm gratuliert. Kein Bekannter, kein Kollege, weder Ex noch Tochter. Dabei hatte er es sogar auf Facebook gepostet.“
„Es gab keinen Zweifel. Er sah seinem Ebenbild in das blutleere, tote Gesicht. Und in dieser Sekunde, exakt in dem Moment, in dem ihm eine Frauenstimme befahl, sofort seine Waffe fallen zu lassen, begann er sich zu erinnern.“

Ein weiterer Unterschied zu älteren Fitzek-Werken ist die Tatsache, dass hier mehrere Protagonisten auftreten. Neben Noah, lernen wir noch Alicia, Adam, Celine und Zaphire kennen, die eine nicht unwesentliche Rolle in dieser Geschichte spielen. Besonders interessant fand ich dabei Adam Altmanns Rolle, während mich Alicias Geschichte sehr berührt hat. Ich finde dieses Buch ein tolles Werk, ganz unabhängig davon das Fitzek sein Autor ist. Für alle die, die mit diesem Buch ihren Fitzek-Start machen, sei jedoch betont, dass seine anderen Werke nicht mit Noah zu vergleichen sind. Noah steht für sich und will und muss auch gar nicht mit vorangegangen Werken verglichen werden. Wenn euch Noah gefällt informiert euch also besser vorher, was euch in den anderen Fitzek-Werken erwartet, bevor ihr enttäuscht seid. 😉 Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung sich Herr Fitzek weiter entwickeln wird und ob dies nun sein erster oder einziger „Unterhaltungsroman“ sein wird.

Zusammenhängende Passage:

»Kennst du die Geschichte von dem Sturm und dem Mädchen am Strand?«, fragte er seinen Vater. […] »Ein Sturm hatte eine Million Fische an Land gespült«, begann Noah. »Und ein kleines Mädchen warf einen nach dem anderen ins Meer. So viele, wie sie konnte, solange die Fische noch lebten.[…] Und während sie dabei war […] kam ein alter Mann vorbei und fragte sie: „Das sind doch eine Millionen Fische, und du kannst gerade mal wenige Dutzende retten. Was macht das schon für einen Unterschied?“ Und da sagte das Mädchen…« […] »“Für den einen“« führte er Noahs Fabel zu Ende, »“für den einen Fisch macht es einen Unterschied.“« (S.541)

Weitere Erscheinungen:

(Quelle: Droemer Knaur Verlag)

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